![]() |
IT-Berufe-PodcastAuthor: Stefan Macke Language: de-de Genres: Business, Careers, Technology Contact email: Get it Feed URL: Get it iTunes ID: Get it |
Listen Now...
Platzierung von Artefakten in der Projektdokumentation – IT-Berufe-Podcast-Shorts #10
Sunday, 26 April, 2026
Um die sinnvolle Platzierung von Artefakten in der Projektdokumentation geht es in der zehnten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts. Inhalt Ich empfehle dir für die Projektdokumentation als klare Daumenregel, Artefakte wie Diagramme, Tabellen, Code, Screenshots oder Berechnungen in den Anhang zu packen – besonders dann, wenn sie größer als eine halbe Seite sind. Im Fließtext sollte stattdessen stehen, warum du ein Artefakt erstellt hast, wie es dir im Projekt geholfen hat und was du daraus abgeleitet hast. Nur kleine, direkt erklärungsbedürftige Artefakte können aus Gründen der Lesbarkeit ausnahmsweise in den Fließtext. Was ich mit Artefakten meine Mit Artefakten sind alle Bestandteile der Projektdokumentation gemeint, die kein eigentlicher Fließtext sind. Dazu zählen zum Beispiel: Diagramme wie UML-Diagramme oder ER-Modelle Tabellen, etwa für Kosten oder Zeitplanung Code Netzwerkpläne Testprotokolle Berechnungen und Formeln Screenshots und Fotos Zentrale Daumenregel Meine Empfehlung ist klar: Alle Artefakte gehören grundsätzlich in den Anhang. Alles, was größer als eine halbe Seite ist, sollte auf jeden Fall in den Anhang. Nur wenige Ausnahmen sprechen dafür, ein Artefakt direkt im Fließtext zu platzieren. Warum Artefakte besser in den Anhang gehören Der wichtigste Grund ist die begrenzte Seitenzahl für den Fließtext. Viele IHKs machen dafür klare Vorgaben, zum Beispiel 15 Seiten Fließtext und 25 Seiten Anhang. Diese Vorgaben unterscheiden sich aber je nach IHK teilweise deutlich. Wichtig ist deshalb: Prüfe immer die konkreten Vorgaben deiner IHK. Verlasse dich nicht pauschal auf Angaben aus dem Internet. Wenn du Artefakte in den Fließtext einbaust, verbrauchen sie dort Platz. Dadurch bleibt weniger Raum für erklärenden Inhalt, der in der Bewertung oft entscheidend ist. Eine Seite Klassendiagramm im Fließtext ist dann eben keine Seite Fließtext mehr. Seitenzahl ist nicht das eigentliche Problem Entscheidend ist nicht, ob am Ende 14 oder 15 Seiten dort stehen. Entscheidend ist, ob wichtige Inhalte fehlen. Wenn zum Beispiel in einem Projekt ein bestimmtes Artefakt sinnvoll oder zu erwarten ist, dann fehlt ohne dieses Artefakt möglicherweise ein relevanter Inhalt. Umgekehrt hilft es auch nicht, die maximale Seitenzahl auszuschöpfen, wenn dabei inhaltlich etwas Wichtiges fehlt. Die Seitenzahl ist also nur ein Rahmen. Bewertet werden am Ende die Inhalte, nicht bloß die Zahl auf der letzten Seite. Ausnahme: Lesbarkeit Der wichtigste Grund, ein Artefakt doch im Fließtext zu platzieren, ist die Lesbarkeit. Das kann sinnvoll sein, wenn: ein Artefakt sehr erklärungsbedürftig ist der zugehörige Text direkt daneben stehen sollte ständiges Blättern oder Springen zwischen Text und Anhang das Verständnis erschwert Beispiele dafür können sein: eine kurze, erklärungsintensive Code-Stelle eine kleine Berechnung oder Formel eine kompakte Kostenberechnung eine grobe Zeitplanung eine Amortisationsrechnung Dabei bleibt die zweite Daumenregel bestehen: Ist das Artefakt größer als eine halbe Seite, gehört es trotzdem in den Anhang. Denn wenn Erklärung und Artefakt ohnehin nicht mehr gemeinsam auf eine Seite passen, geht der Vorteil für die Lesbarkeit wieder verloren. Artefakte nicht als Seitenfüller verwenden Artefakte sollten nicht dazu dienen, den Fließtext künstlich aufzublähen, wenn dir sonst Inhalt fehlt. Wenn große oder unpassende Artefakte ohne echten Grund im Fließtext stehen, kann das bei der Bewertung als Hinweis gesehen werden, dass dort eigentlich zu wenig sinnvoller Textinhalt vorhanden ist. Solche Artefakte werden inhaltlich nicht als Ersatz für fehlende Erklärungen gewertet. Wichtig dabei: Es gibt nicht automatisch Punktabzug wegen einer bestimmten Seitenzahl. Punktabzug entsteht dann, wenn dadurch erkennbare inhaltliche Lücken bleiben. Artefakte haben einen Zweck Eine Projektdokumentation sollte nicht aus einer bloßen Sammlung von Artefakten bestehen. Nicht ausreichend ist zum Beispiel: Überschrift ein Satz wie "Ich habe ein UML-Diagramm erstellt, siehe Anhang" sonst keine weitere Erklärung Artefakte haben keinen Selbstzweck. Sie sollen zeigen, dass du methodisch gearbeitet hast und dir vor der Umsetzung Gedanken gemacht hast. Beispiele: In der Anwendungsentwicklung helfen Klassendiagramme, ER-Modelle oder Architekturskizzen dabei, die Struktur vor der Implementierung zu planen. In der Systemintegration helfen Netzwerkpläne oder Sicherheitsüberlegungen dabei, Anforderungen und Rahmenbedingungen sauber zu analysieren. Artefakte sollen also nicht nur für die Prüfung da sein, sondern einen praktischen Nutzen im Projekt haben. Was in den Fließtext gehört Im Fließtext sollte stehen: warum du ein Artefakt erstellt hast wie du dabei vorgegangen bist welche Besonderheiten dir dabei aufgefallen sind wie dir das Artefakt im weiteren Verlauf geholfen hat was du darauf aufbauend später gemacht hast Ein gutes Beispiel wäre nicht nur zu schreiben, dass ein Klassendiagramm existiert, sondern zu beschreiben: welche Klassen notwendig waren welche Beziehungen oder Abstraktionen sich ergeben haben welche Erkenntnisse daraus entstanden sind wie das Diagramm später bei der Implementierung geholfen hat Das Artefakt selbst kommt dann in den Anhang, der Kontext und die Einordnung gehören in den Fließtext. Fazit Die Kernaussage ist: Artefakte in den Anhang Erklärungen, Einordnung und Nutzen in den Fließtext Ausnahmen im Fließtext sind nur dann sinnvoll, wenn kleine Artefakte direkt zum Verständnis beitragen. Für fast alles andere gilt: Anhang. So nutzt du sowohl den Fließtext als auch den Anhang sinnvoll aus und zeigst nicht nur Ergebnisse, sondern auch dein methodisches Vorgehen. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:20] Heute geht es mal um eines meiner Lieblingsthemen, wenn ich wieder Projektdokumentation lese und bewerten darf. Und zwar um die Platzierung von Artefakten in der Projektdokumentation. Diesen Begriff Artefakt, den benutze ich ganz häufig im Blog, im Podcast, in meinen Videos. Was ist damit gemeint? Kurz zum Einstieg. Ich meine mit Artefakt alles, was in der Dokumentation oder in deiner Präsentation später auch, was kein Fließtext ist. Also Beispiel Projektdokumentation, irgendwelche Diagramme, UML-Sachen, ER-Modelle, Amortisationsrechnung, wenn du die grafisch machst, aber auch Tabellen, zum Beispiel Kostenaufstellung oder deine Zeitplanung. Code natürlich, wenn du Anwendungsentwicklung machst, irgendwelche Pläne, Netzwerkpläne oder Sonstiges oder ein Testprotokoll oder so. Oder auch wenn du Berechnungen machst, irgendwelche Formeln oder Sachen, die nacheinander berechnet werden, zum Beispiel bei der Amortisationsrechnung. Und selbstverständlich auch Screenshots, wenn du Fotos machst aus der echten Welt, solche Dinge, das sind für mich alles Artefakte. Also Dinge, die kein Text sind, wobei, ja, Code ist Text, okay. Aber ich glaube, du verstehst, worauf ich hinaus will. Fließtext im Verhältnis zu alles andere sind Artefakte. Und ich mache es gerne zum Einstieg nochmal, wie in anderen Episoden auch, so ein Too Long Didn’t Read oder Didn’t Here in diesem Fall. Meine Empfehlung ist, pack alle Artefakte in den Anhang. Es gibt wenig Gründe dafür, Artefakte in deinen Fließtext zu packen. Also du schreibst einen Satz, machst dann ein Artefakt da rein und schreibst dann weiter. [1:48] Daumenregel sollte sein, alles in den Anhang. Und absolute Daumenregel aus meiner Sicht ist, alles was größer ist als eine halbe Seite, auf jeden Fall in den Anhang. So und jetzt gibt es vielleicht ein, zwei kleine Ausnahmen, wo man Artefakte auch in den Fließtext packen sollte oder darf oder vielleicht sogar muss. Da gehen wir gleich nochmal drauf ein. Aber als Daumenregel kannst du schon mal mitnehmen, alle Artefakte in den Anhang, insbesondere wenn sie größer sind als eine halbe Seite. [2:13] So, jetzt gehen wir mal die Details da durch. Warum ist das so? Warum ist das sinnvoll? Also, vielleicht vorweg, die meisten IHK’n machen irgendwelche Vorgaben für deine Projektdokumentation, was die Seitenzahl angeht. Und das sind meistens Maximalforgaben, also zum Beispiel maximal 15 Seiten Fließtext und 25 Seiten Anhang. So ist es zum Beispiel bei der IHK Oldenburg, wo ich beschäftigt bin. Ganz wichtig vorweg, guck dir unbedingt die Vorgaben deiner IHK an. Es gibt nämlich 79 verschiedene in Deutschland und die machen im Zweifel alle unterschiedliche Vorgaben. Also orientier dich nicht an irgendwas, was du im Internet gehört oder gelesen hast, sondern frag bei deiner IHK nach, wo du deine Note nachher bekommst, was die Vorgaben sind. Ich gehe jetzt mal einfach davon aus, dass es 15 Seiten für Fließdecks sind und 25 für Anhang. So ist es bei uns. Aber das kann stark abweichen. Ich habe teilweise Vorgaben gesehen bis 10 Seiten runter plus nochmal 5 im Anhang oder so. Also wirklich deutlich weniger. Es gibt aber auch nach oben Abweichungen. Also guck einfach nach, was gilt für dich und dann orientierst du dich an diesen Zahlen. Ich gehe jetzt mal von den 15 Seiten aus und dann ist es üblicherweise so, dass du deine Seitenzahl maximal ausreizen möchtest. Dafür habe ich auch eine eigene Episode, einen kleinen Short aufgenommen, verlinke ich auch nochmal in den Shownotes, warum ich dann empfehlen würde, die Seitenzahl auszufüllen. Kurz gesagt, was ist, wenn du nicht alles ausfüllst? Kriegst du eine schlechte Note? Ja, dann hast du deine Chancen, die du hättest, halt nicht genutzt. Du hast zu wenig Inhalt geliefert, kriegst dafür einen Punktabzug. Blöd, ja? Also versuch die Seitenzahl auszunutzen und so gut es geht, alles mit sinnvollen Inhalten zu füllen. [3:40] Und dann solltest du, wenn du sinnvolle Inhalte hast, sowas wie Lastenpflichtenheft, UML-Diagramme und ich weiß nicht, was du alles erstellen kannst für dein Projekt, auch dazu ein Hinweis in der verlinkten Episode, solltest du genug Inhalt haben, um deine Fließtext-Seiten zu füllen, aber auch um den Anhang zu füllen. Meistens sogar eher für den Anhang noch mehr, allein schon, wenn du was programmierst. Code-Beispiele, da kannst du ganz, ganz, ganz, ganz, ganz viel zeigen und Screenshots und ich weiß nicht mehr. Also normalerweise solltest du keine Probleme haben, um diese Seitenzahl zu erreichen. Es sollte eher ein Problem sein, zusammenzustreichen, um wieder auf die Seitenzahl runterzukommen, wenn du drüber bist. Das ist meine persönliche Einstellung. Wenn das nicht geht bei deinem Projekt, hast du vielleicht ein zu wenig umfangreiches Projekt oder du hast einfach einen Haufen Artefakte vergessen, die in der Prüfung möglicherweise erwartet werden, aber dazu auch mehr in einer anderen Episode. Heute geht es ja darum, wenn du diese ganzen Inhalte hast, wo packst du sie hin? [4:32] Und ich würde halt sagen, dass du Fließtext locker füllen kannst und den Anhang genauso. Und wenn du jetzt Artefakte in deinen Fließtext packst, dann gehen die ja von der Seitenzahl für deinen Fließtext ab. Also keine Ahnung, du hast 15 Seiten Fließtext und mittendrin hast du aber eine ganze Seite Klassendiagramm. Dann hast du natürlich eine Seite weniger für den Text, weil das Klassendiagramm braucht dir auf, diese eine Seite. Das heißt, du hast also nicht wirklich 15 Seiten Fließtext, sondern nur 14, weil eine Seite davon ist halt ein Klassendiagramm. [5:01] Und das ist ja blöd, weil auf dieser Seite Fließtext hättest du ja auch noch Inhalte unterbringen können, die jetzt vermutlich fehlen. Und hier auch nochmal, ich habe es in einer anderen Episode auch schon gesagt, wenn ich über Punktabzug oder Notenabzug oder Durchfallen spreche, dann hat das nie etwas damit zu tun, ob am Ende da 14 oder 15 Seiten stehen, sondern es hat immer etwas damit zu tun, dass Inhalte nicht da sind, die erwartet werden. Ja, dass du irgendwas Wichtiges nicht gezeigt hast. Keine Ahnung, wenn du zum Beispiel gar kein Klassendiagramm hast oder gar kein Code in einem Anwendungs-Ermütungsprojekt, würde ich sagen, da fehlt was, weil das würde ich schon ganz gern sehen. Ja, und da hilft es auch nicht, wenn du 15 Seiten Fließtext voll ausgereizt hast, aber du hast trotzdem kein Klassendiagramm gemacht. Und das ist jetzt nur ein Beispiel. Ja, es ist nicht für jedes Projekt ein Klassendiagramm sinnvoll. Es ist nur ein Beispiel. Aber wenn ich es erwarten würde in deinem Projekt, aber du hast es nicht gemacht und dafür trotzdem 15 Seiten geschrieben, dann fehlt mir halt trotzdem was. Ja. Und auch wenn du nur 14 hast und dir fehlt das Klassenlegramm, fehlt mir das Klassenlegramm. Also bitte, häng dich nicht an dieser Seitenzahl auf und denk auch nicht, dass die Prüfer dir Punkte abziehen, nur weil du nicht die richtige Seitenzahl hast. [6:03] Sondern es geht immer um die jeweils fehlenden Inhalte. Und deswegen versuchen wir die Seiten möglichst mit sinnvollen Inhalten zu füllen und dann aber auch bis zum Maximum, weil sonst vergibst du dir halt die Chance, diese Inhalte zu zeigen. [6:16] So, also Artefakte im Fließtext, die reduzieren deine verfügbaren Seiten für den Fließtext und das ist schlecht. Deswegen gehören die in den Anhang. Dafür ist auch meistens extra eine Vorgabe für die Anhangseiten gegeben, denn auch da müssen wir uns ein bisschen reduzieren und können ja einfach 100 Seiten Anhang hinterpacken. Ja, das geht einfach nicht. So, jetzt habe ich gesagt, alle Artefakte in den Anhang. Jetzt gibt es eine Sache, die du abwägen musst, und zwar die Lesbarkeit. Du musst dir ja vorstellen, deine Dokumentation wird von Menschen wie mir gelesen, korrigiert. Und die wollen natürlich auch verstehen können. Und wenn du jetzt sehr erklärungsintensive Artefakte in deiner Dokumentation hast, ich nehme mal ein Beispiel, weiß ich nicht, eine halbe Seite Quelltext mit super fancy Algorithmen, wo man wirklich jede zweite Zeile erklären muss, weil man die sonst nicht versteht. Oder du hast ein super kompliziertes Netzwerk-Therakum gezeichnet mit drei Firewalls, mit irgendwelchen Port-Forwardings und weiß der Geier was und du musst da ganz, ganz viel zu erklären. Dann kann es sinnvoll sein, das Artefakt direkt in den Text zu platzieren, weil dann kann ich auf einer Seite, die ich gerade offen habe oder mir sogar ausgedruckt habe, auch das gibt es noch bei Prüfenden im Jahr 2026, überhaupt keine Frage, weil korrigieren mit Rotstift kann man hervorragend auf Papier übrigens. Das hat sich nicht viel geändert in den letzten Jahrzehnten. [7:30] Deswegen, wenn ich das alles auf einer Seite habe, kann ich das wunderbar auf einen Blick sehen, kann das verstehen, kann zwischen Text und Abbildung hin und her springen und kann das super nachvollziehen. Toll. Habe ich allerdings meinen Erklärungstext auf Seite 5 und mein Artefakt im Anhang auf Seite 27, dann muss ich halt immer hin und her blättern, was gar nicht mal so schlimm ist, das kriegt man schon mal hin, aber wenn Menschen wie ich, die das auf dem iPad zum Beispiel lesen, das dann vergleichen wollen, dann wird es schwierig, weil dann muss ich immer hin und her jumpen im Inhaltsverzeichnis und das dauert jedes Mal ein paar Sekunden, bis ich die Seite gefunden habe und so weiter und das ist einfach nervig. Das heißt, es ist nicht förderlich fürs Verständnis, wenn die Sachen so weit auseinander liegen. [8:06] Jetzt ist es so, wenn du wirklich sehr erklärungsbedürftige Artefakte hast, kannst du die vielleicht in den Text packen. Da würde ich trotzdem meine zweite Daumenregel ziehen und sagen, wenn das Ding länger ist als eine halbe Seite, packe es trotzdem in den Anhang. warum? Angenommen, das Klassenlehrgramm von eben wäre eine ganze Seite groß, dann passt das ja eh nicht mehr auf die Seite, wo der Erklärtext steht. Also müsstest du sowieso beim Lesen scrollen. Auf Seite 14 ist die Erklärung, auf Seite 15 das Klassenlehrgramm. Ja, super, da muss ich ja trotzdem immer hin und her blättern, beziehungsweise hoch und runter scrollen. Da habe ich ja nichts gewonnen. Das heißt, größere Artefakte auf jeden Fall immer in den Anhang und kleinere und welche, die vielleicht auch wirklich nur sinnvoll sind in Verbindung mit dem Text, keine Ahnung. Deine Kostenberechnung, wo am Ende dann steht, das Projekt hat 2395 Euro gekostet und direkt darüber wäre es dann schön, vielleicht die Formel zu sehen, wie du es berechnet hast, damit ich nicht 20 Seiten hin und her springen muss, um diese winzige Kleinigkeit daraus zu ziehen. Also es gibt so ein paar Sachen, wie zum Beispiel die grobe Zeiteinplanung deiner 40 oder 80 Stunden oder eben deine Amortisationsrechnung, deine Kostenberechnung. Solche Dinge, die kann man auch im Fließtext platzieren. Die sind aber meistens auch nicht sehr lang. Die sind vielleicht eine Viertelseite, vielleicht maximal eine halbe Seite lang. Und wie gesagt, dann greift dann halt meine Regel, dass du das auch nach oben in den Fließtext packen kannst. Aber ansonsten würde ich sagen, alles in den Anhang. Also Lesbarkeit ist aus meiner Sicht der einzige Grund, warum man das in den Fließtext packen sollte. [9:29] So, und jetzt nochmal gesagt, wenn du diese Fleece-Seiten quasi damit aufblähen möchtest, dass du sie mit Artefakten zukleisterst, weil dir einfach nicht einfällt, was du da an Fleece-Sext noch schreiben könntest. [9:45] Dann würde ich sagen, tu das lieber nicht. Weil, ganz ehrlich, auch wenn vielleicht der Eindruck entsteht, die Prüfenden sind alle irgendwie alte, weiße Männer, jenseits der 60 und wissen eigentlich gar nicht mehr so genau, was da heute Phase ist in der IT. Ist nicht so. Die Prüfenden sind auch nicht doof. Die sind ja nicht umsonst Prüfende geworden. Haben also mindestens mal selber auch die Prüfung absolviert und sind meistens langjährig irgendwo beschäftigt, in der Ausbildung, Ausbilder oder Geschäftsführer, was auch immer. Also das sind ja keine Vollidionen, die da sitzen. Und wenn ich jetzt eine Doku lese, wo auf jeder zweiten Seite ein großes Bild ist, dann werde ich dir das einfach von der Seitenzahl abziehen. Ganz einfach. Also ich gehe am Ende, wenn ich die Doku gelesen habe, gehe ich den Fließtext durch und ziehe mir alle Artefakte von der Seitenzahl ab, die also mindestens größer als eine halbe Seite sind. Wenn sie quasi sinnfrei sind an der Stelle und nicht erklärungsbedürftig, würde ich sie auch abziehen, wenn sie kleiner als eine halbe Seite sind. Das heißt, ich gucke wirklich alle Fließtextseiten durch, sehe ich ein Artefakt, ziehe ich das ab und am Ende komme ich auf Seitenzahl 12 statt 15, auch wenn die letzte Seitenzahl 15 ist, weil halt einfach drei Seitenartefakte dazwischen waren. Ja, so mache ich das. Und jetzt nochmal zur Erklärung. Das heißt nicht, dass du deswegen jetzt eine Notabzug kriegst oder auch nur ein Prozentpünktchen Abzug bekommst, sondern für mich ist das nur ein Indiz. Ich sehe jetzt, oh, statt 15 Seiten hat er oder sie eigentlich nur 12 oder 13 Seiten gefüllt. [10:59] Da kann ja dann irgendwo nur noch eine Lücke sein, was vielleicht noch fehlt in dem Projekt. Und dann gucke ich natürlich, welcher Inhalt fehlt denn und dafür gibt es dann den Punktabzug. Also nicht für die reine Seitenzahl. Ich kann es nur nochmal wiederholen. Also, denk nicht, dass die Prüfenden Idioten sind. Die haben normalerweise schon ein paar mehr Dokus gelesen und korrigiert und erkennen solche Tricks natürlich auch. [11:24] Gut, also orientier dich am eigentlichen Problem, löst das Problem, pack sinnvollen Inhalt in die Doku und fülle deine Seiten nicht mit Rummel auf, mit irgendeinem Müll oder mit irgendwelchen aufgeblähten Artefakten oder damit du auf 15 Seiten kommst. Das funktioniert nicht, weil die Prüfenden das halt dann wieder abziehen, so wie ich zum Beispiel. So. [11:44] Und dann nochmal vielleicht, weil ich das auch sehr oft sehe, Artefakte, schön und gut, sind auch sehr wichtig, aber deine Dokumentation sollte halt nicht einfach eine reine Ansammlung von Artefakten sein und dein Fiestext dann ausschließlich aus sowas bestehen wie, ja, ich habe ja auch noch ein UML-Diagramm gezeichnet, siehe Anhang. Ja, und dann kommt das UML-Diagramm im Anhang, das ist super, aber Vleecex gibt es dazu dann gar nicht, sondern da steht einfach nur Überschrift Softwarearchitektur und da steht da ein Satz, ich habe auch eine Architekturskizze gemacht, siehe Anhang 5. [12:11] So, so füllt man den Vleecex nicht, denn Artefakte haben keinen Selbstzweck oder stehen einfach nur so da, sondern du machst sie aus irgendeinem Grund. Du sollst dir zeigen, dass du auch methodisch vorgegangen bist bei deiner Projektdurchführung. Und insbesondere mal bei der Softwareentwicklung, da fange ich halt nicht einfach an zu programmieren, sondern mache ich mir erst mal Gedanken, was ist denn vielleicht mit meiner Architektur? Welche Komponenten könnte es denn geben? Wie möchte ich die abstrahieren? Erzähl mal. Und als Fisi das Gleiche, da sage ich nicht einfach, ja, ich installiere jetzt hier mal die Firewall, dann gucken wir mal, sondern du musst erst mal analysieren, welcher Traffic muss da durch, welche Ports müssen freigegeben werden, was ist mehr Security und tralala. Das heißt, bevor du am Ende das Ding wirklich einbaust, hast du dir hoffentlich genug Gedanken im Vorfeld schon gemacht. Damit das am Ende auch funktioniert. Und genauso ist es bei der Softwareentwicklung ja auch. Das heißt, diese Artefakte, die haben einen Sinn. Ich zeichne ein ER-Modell nicht einfach nur für die Prüfung, weil die Prüfenden das sehen wollen, sondern weil mir das bei der Arbeit hilft. Wenn ich anfange zu programmieren und weiß noch nicht mal, welche Daten ich abbilden muss. So kann ich doch nicht vorgehen. Ich brauche doch ein Zielbild, wo ich hin will. Wie sollen meine Tabellen aussehen, meine Klassen in der Objektorientierung? Was gibt es denn? Woran muss ich denn denken? Welche Besonderheiten gibt es? Dafür sind die Artefakte da. Die sollen dir helfen. Und das sollst du auch in deiner Projektdokumentation und später in der Präsentation zeigen, dass die dir geholfen haben und dass du die absichtlich gemacht hast und nicht einfach nur gezeichnet hast, weil du ja auch noch eine Prüfungsleistung abgeben musst. Das heißt, die sind immer in einen Kontext zu setzen. [13:29] Und im besten Fall beschreibst du diesen Kontext im Fließtext. Das heißt, anstatt zu sagen, ich habe hier ein Klassendiagramm, siehe Anhang, sagst du, bevor ich angefangen habe zu programmieren, habe ich mir Gedanken gemacht, welche Klassen ich brauche. Ich habe das Ganze in einem Klassendiagramm modelliert. Dabei ist mir schon aufgefallen, oh, hier gibt es aber eine Vererbungsbeziehung. Oder hier habe ich ein Interface eingezogen, weil die Abstraktion hier sinnvoll war. Und analog zum Netzwerkplan. Oh, hier ist mir aufgefallen, das ist ein ganz anderes Subnet. Da musste ich noch einen Router dazwischen setzen. Oder weiß der Geier was. Das heißt, so etwas sieht man ja in einem Diagramm viel offensichtlicher, als wenn man einfach anfängt und dann merkt, oh, habe ich gar nicht daran gedacht. So wollen wir nicht Software entwickeln, so wollen wir keine Systeme planen. Da brauchen wir diese Artefakte. [14:07] Wie die dir geholfen haben, wie du die erstellt hast, was vielleicht die Besonderheiten an diesem konkreten Artefakt sind. Das sind Dinge, die du im Fließtext beschreiben musst, weil die kann man an dem Artefakt alleine nicht erkennen. Ich gucke mir dein Klassendiagramm an und denke mir, ja, das ist ein Klassendiagramm. Aber was hast du da mitgenommen? Was sind die Besonderheiten? Wie bist du darauf gekommen? Das ist etwas, wofür der Fließtext da ist. Das heißt, reine Artefaktsammlung, siehe Seite 15, bitte nicht machen, sondern vernünftige Erklärungen im Fließtext. Zumindest meine Herleitung und vielleicht auch einen Ausblick, was du damit dann getan hast. Klassendiagramm ist immer mein Lieblingsbeispiel. Ich zeichne eins, um dann später in der Implementierungsphrase mich daran zu orientieren und die Klassen zu programmieren. Dann ergibt das auch einen Sinn. Du hast das Klassendiagramm nicht einfach nur gemalt, sondern du hast es auch benutzt, um darauf aufbauend etwas anderes zu machen. Und im besten Fall ist dir das dann leichter gefallen. Es ging schneller oder war einfach besser, als hättest du das Diagramm nicht gezeichnet. In diese Richtung wollen wir was im Fließtext lesen. und dann gerne natürlich das Artefakt, aber eben halt im Anhang. [15:05] So, das war mein Take, glaube ich, zu den Artefakten und wo die hingehören und warum du überhaupt welche machst. Und jetzt nochmal als Fazit für heute. Daumenregel nochmal zum Mitnehmen. Alle Artefakte in den Anhang packen, insbesondere wenn sie größer sind als eine halbe Seite. Dann auf jeden Fall. Dann gibt es eigentlich keinen Grund, die in den Fließtext zu packen. Es gibt wenige Ausnahmen, die ich ein bisschen aufgeführt habe. Vielleicht eine Kostenberechnung, eine Amortisationsrechnung, ein paar Formeln oder so etwas oder eine Zeitplanung, die grobe Zeitplanung. Das kann man vielleicht im Fließtext lassen, aber für fast alle anderen Artefakte würde ich sagen, immer einen Anhang. Bäm. [15:41] Wichtig wäre, dass du die dann trotzdem in deinem Fließtext referenzierst, dass die Artefakte nicht einfach so im Anhang stehen und dann wundert man sich auch, Mensch, der hat ja auch ein Klassenergaben gezeichnet. Schön, dass ich davon gar nichts gelesen habe im Fließtext. Sondern die müssen natürlich alle referenziert und im besten Fall auch erklärt und eingeordnet werden. Was haben sie dir gebracht? Warum hast du das gemacht? Was hast du vielleicht aufbauen darauf später gemacht? Das gehört dann in den Fließtext dazu. Also Artefakte in den Anhang, Erklärungen, Einordnungen, Besonderheiten in den Fließtext. Und so kannst du auch locker, locker, locker deine Vorgaben füllen, was den Fließtext angeht und was den Anhang angeht. Also Seiten, leere Seiten, beziehungsweise Seiten, die du nicht ausgenutzt hast, müssen meiner Meinung nach nicht sein. Du kannst genug Inhalte produzieren, die dann aber auch wirklich einen Mehrwert für den Prüfenden bieten und dir dann hoffentlich auch eine gute Abschlussnote bestellen. Darum geht es ja am Ende. [16:29] Also das war es zum Thema Artefakte in der Projektdokumentation. Ich hoffe, es hat dir ein bisschen geholfen. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg für deine Projektdokumentation und bis zum nächsten Mal.










